Županič: Der jüdische Adel Preußens
- USchu
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Županič: Der jüdische Adel Preußens
3 Wochen 5 Tage her
Jan Županič: Der jüdische Adel Preußens
Kurz
Der Artikel macht deutlich, dass Preußen trotz rechtlicher Modernisierung in der Adelsfrage wesentlich restriktiver blieb als Österreich. Der „jüdische Adel Preußens“ war daher kein breites Phänomen, sondern eine kleine Gruppe von Ausnahmefällen, deren Geschichte viel über soziale Grenzen, Elitenpolitik und Antisemitismus im 19. und frühen 20. Jahrhundert aussagt.
Vollständiger Artikel im Anhang
Der Beitrag von Jan Županič untersucht die auffallend unterschiedliche Nobilitierungspolitik Preußens und der Habsburgermonarchie gegenüber Personen jüdischen Glaubens bzw. jüdischer Herkunft.
Während in Österreich zwischen 1789 und 1918 eine größere Zahl jüdischer Personen in den Adel erhoben wurde, blieb Preußen deutlich zurückhaltender. Obwohl sich die rechtliche Stellung der Juden in Preußen seit Friedrich II., besonders durch das Emanzipationsedikt von 1812 und die Gleichstellung der Religionen 1869, schrittweise verbesserte, war die Verleihung von Adelstiteln an Juden oder jüdische Konvertiten weiterhin äußerst selten.
Županič zeigt, dass in Preußen nicht nur Leistung, Vermögen oder Staatsdienste entscheidend waren, sondern auch soziale Herkunft, Konfession, Grundbesitz und die Haltung des Heroldsamtes. Besonders das preußische Heroldsamt und konservative Adelskreise standen Nobilitierungen jüdischer Personen vielfach ablehnend gegenüber. Bevorzugt wurden Offiziere, Beamte und Großgrundbesitzer; Unternehmer und Finanzleute hatten trotz großer wirtschaftlicher Bedeutung einen deutlich schwereren Stand.
Genannt werden unter anderem die Fälle Delmar, Oppenheim, Bleichröder, Goldschmidt-Rothschild, Friedlaender-Fuld, Schwabach, Beit von Speyer und Gans. Gerade diese Beispiele zeigen, wie eng Adelsverleihung, Finanzmacht, Konversion, Mäzenatentum, Fideikommissbildung und antisemitische Vorbehalte miteinander verbunden waren.
Quelle:
Jan Županič, Der jüdische Adel Preußens, in: Studia historica Brunensia 64/2017/1.
Kurz
Der Artikel macht deutlich, dass Preußen trotz rechtlicher Modernisierung in der Adelsfrage wesentlich restriktiver blieb als Österreich. Der „jüdische Adel Preußens“ war daher kein breites Phänomen, sondern eine kleine Gruppe von Ausnahmefällen, deren Geschichte viel über soziale Grenzen, Elitenpolitik und Antisemitismus im 19. und frühen 20. Jahrhundert aussagt.
Vollständiger Artikel im Anhang
Der Beitrag von Jan Županič untersucht die auffallend unterschiedliche Nobilitierungspolitik Preußens und der Habsburgermonarchie gegenüber Personen jüdischen Glaubens bzw. jüdischer Herkunft.
Während in Österreich zwischen 1789 und 1918 eine größere Zahl jüdischer Personen in den Adel erhoben wurde, blieb Preußen deutlich zurückhaltender. Obwohl sich die rechtliche Stellung der Juden in Preußen seit Friedrich II., besonders durch das Emanzipationsedikt von 1812 und die Gleichstellung der Religionen 1869, schrittweise verbesserte, war die Verleihung von Adelstiteln an Juden oder jüdische Konvertiten weiterhin äußerst selten.
Županič zeigt, dass in Preußen nicht nur Leistung, Vermögen oder Staatsdienste entscheidend waren, sondern auch soziale Herkunft, Konfession, Grundbesitz und die Haltung des Heroldsamtes. Besonders das preußische Heroldsamt und konservative Adelskreise standen Nobilitierungen jüdischer Personen vielfach ablehnend gegenüber. Bevorzugt wurden Offiziere, Beamte und Großgrundbesitzer; Unternehmer und Finanzleute hatten trotz großer wirtschaftlicher Bedeutung einen deutlich schwereren Stand.
Genannt werden unter anderem die Fälle Delmar, Oppenheim, Bleichröder, Goldschmidt-Rothschild, Friedlaender-Fuld, Schwabach, Beit von Speyer und Gans. Gerade diese Beispiele zeigen, wie eng Adelsverleihung, Finanzmacht, Konversion, Mäzenatentum, Fideikommissbildung und antisemitische Vorbehalte miteinander verbunden waren.
Quelle:
Jan Županič, Der jüdische Adel Preußens, in: Studia historica Brunensia 64/2017/1.
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