Die Herren von Töpsl zu Premal und ihr Ansitz in Obervintl
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Die Herren von Töpsl zu Premal und ihr Ansitz in Obervintl
3 Wochen 36 Minuten her - 3 Wochen 35 Minuten her
Der Historiker Hans Heinrich Ritter von Srbik schildert die Geschichte der Familie Töpsl zu Premal, deren Lebenswege Bayern, Bozen, das Pustertal und schließlich erneut München miteinander verbanden.
Die Familie stammte ursprünglich aus dem Raum Benediktbeuern beziehungsweise Wolfratshausen. Im Jahr 1578 wurden Hans und Jochum Töpsl als Bürger von Bozen aufgenommen. Vermutlich waren sie zunächst im einträglichen Tuchhandel tätig und knüpften bald verwandtschaftliche Beziehungen zu angesehenen Bozner Bürger- und Kaufmannsfamilien.
Eine entscheidende Rolle spielte Balthasar Töpsl, der als Richter zu Altenburg in Eppan und als Pfleger von Schloss Englar in landesfürstlichen Diensten stand. Nach militärischen Verdiensten im Türkenkrieg erhielt er 1591 gemeinsam mit seinen Angehörigen eine Wappenbesserung. Sein Grabstein in St. Pauls bei Eppan bewahrt dieses Wappen bis heute.
Balthasars mutmaßlicher Sohn Hans Rudolph Töpsl heiratete 1610 Margarete von Troyer zu Gießbach. Am 30. November 1612 erhob Kaiser Matthias ihn und weitere Familienmitglieder mit dem Prädikat „von Premal“ in den Adelsstand. Über diese Ehe gelangte der Ansitz bei der „Weißen Kirche“ in Obervintl in den Besitz der Familie. Das Gebäude trägt daher bis heute die Bezeichnung „Töpsl“.
Im Laufe des 17. und frühen 18. Jahrhunderts verbanden sich die Töpsl durch Heiraten mit zahlreichen Tiroler Adelsgeschlechtern, darunter Troyer, Lanser von Moos, Payr zu Thurn, Leiß von Paschbach, Ingram und Mayrhofer. Angehörige der Familie wirkten als Richter, Amtleute, Hofrichter und Verwalter. Mit dem Übergang an andere Besitzer endete jedoch im 18. Jahrhundert die unmittelbare Verbindung der Familie mit dem Ansitz.
Später gelangte das Gebäude an die Grafen Künigl von Ehrenburg. Graf Alexander Künigl ließ 1764 an der Westfassade das noch heute bemerkenswerte Marienfresko mit seinem Allianzwappen und jenem seiner Gemahlin Antonia Fürstin Trautson anbringen. Unter den Künigl wurde der Ansitz in „Philippsburg an der Obervintl“ umbenannt, vermutlich nach Philipp Graf Künigl, einem hochrangigen Hofbeamten und Erzieher des späteren Kaisers Leopold II.
Ein anderer Zweig der Familie blieb zunächst in Bozen und kehrte später nach Bayern zurück. Dessen bedeutendster Vertreter war Joachim Martin Töpsl, mit Ordensnamen Franziskus Seraph. Er wurde 1744 Propst des Augustiner-Chorherrenstiftes Polling und entwickelte sich zu einem der wichtigsten bayerischen Kirchenmänner und Gelehrten des 18. Jahrhunderts. Er förderte die Wissenschaften, baute die Pollinger Klosterbibliothek aus, errichtete eine Sternwarte, wirkte an der Reform des bayerischen Schulwesens mit und gehörte zu den Mitbegründern der Bayerischen Akademie der Wissenschaften.
Mit seinem Tod am 12. März 1796 erlosch das bayerisch-tirolische Geschlecht der Töpsl von Premal im Mannesstamm. Der Artikel verbindet damit Familien-, Adels-, Kunst- und Baugeschichte und zeigt eindrucksvoll, wie eng die historischen Beziehungen zwischen Bayern und Tirol waren.
Der Beitrag erschien 1988 in der Zeitschrift Der Schlern. Die darin geschilderten Bemühungen um die Rettung des damals stark gefährdeten Ansitzes geben zugleich einen wichtigen Einblick in die Denkmalpflege jener Zeit.
Abbildung und Blasonierung des Wappens: forum.austroaristo.i...tirol.html
Die Familie stammte ursprünglich aus dem Raum Benediktbeuern beziehungsweise Wolfratshausen. Im Jahr 1578 wurden Hans und Jochum Töpsl als Bürger von Bozen aufgenommen. Vermutlich waren sie zunächst im einträglichen Tuchhandel tätig und knüpften bald verwandtschaftliche Beziehungen zu angesehenen Bozner Bürger- und Kaufmannsfamilien.
Eine entscheidende Rolle spielte Balthasar Töpsl, der als Richter zu Altenburg in Eppan und als Pfleger von Schloss Englar in landesfürstlichen Diensten stand. Nach militärischen Verdiensten im Türkenkrieg erhielt er 1591 gemeinsam mit seinen Angehörigen eine Wappenbesserung. Sein Grabstein in St. Pauls bei Eppan bewahrt dieses Wappen bis heute.
Balthasars mutmaßlicher Sohn Hans Rudolph Töpsl heiratete 1610 Margarete von Troyer zu Gießbach. Am 30. November 1612 erhob Kaiser Matthias ihn und weitere Familienmitglieder mit dem Prädikat „von Premal“ in den Adelsstand. Über diese Ehe gelangte der Ansitz bei der „Weißen Kirche“ in Obervintl in den Besitz der Familie. Das Gebäude trägt daher bis heute die Bezeichnung „Töpsl“.
Im Laufe des 17. und frühen 18. Jahrhunderts verbanden sich die Töpsl durch Heiraten mit zahlreichen Tiroler Adelsgeschlechtern, darunter Troyer, Lanser von Moos, Payr zu Thurn, Leiß von Paschbach, Ingram und Mayrhofer. Angehörige der Familie wirkten als Richter, Amtleute, Hofrichter und Verwalter. Mit dem Übergang an andere Besitzer endete jedoch im 18. Jahrhundert die unmittelbare Verbindung der Familie mit dem Ansitz.
Später gelangte das Gebäude an die Grafen Künigl von Ehrenburg. Graf Alexander Künigl ließ 1764 an der Westfassade das noch heute bemerkenswerte Marienfresko mit seinem Allianzwappen und jenem seiner Gemahlin Antonia Fürstin Trautson anbringen. Unter den Künigl wurde der Ansitz in „Philippsburg an der Obervintl“ umbenannt, vermutlich nach Philipp Graf Künigl, einem hochrangigen Hofbeamten und Erzieher des späteren Kaisers Leopold II.
Ein anderer Zweig der Familie blieb zunächst in Bozen und kehrte später nach Bayern zurück. Dessen bedeutendster Vertreter war Joachim Martin Töpsl, mit Ordensnamen Franziskus Seraph. Er wurde 1744 Propst des Augustiner-Chorherrenstiftes Polling und entwickelte sich zu einem der wichtigsten bayerischen Kirchenmänner und Gelehrten des 18. Jahrhunderts. Er förderte die Wissenschaften, baute die Pollinger Klosterbibliothek aus, errichtete eine Sternwarte, wirkte an der Reform des bayerischen Schulwesens mit und gehörte zu den Mitbegründern der Bayerischen Akademie der Wissenschaften.
Mit seinem Tod am 12. März 1796 erlosch das bayerisch-tirolische Geschlecht der Töpsl von Premal im Mannesstamm. Der Artikel verbindet damit Familien-, Adels-, Kunst- und Baugeschichte und zeigt eindrucksvoll, wie eng die historischen Beziehungen zwischen Bayern und Tirol waren.
Der Beitrag erschien 1988 in der Zeitschrift Der Schlern. Die darin geschilderten Bemühungen um die Rettung des damals stark gefährdeten Ansitzes geben zugleich einen wichtigen Einblick in die Denkmalpflege jener Zeit.
Abbildung und Blasonierung des Wappens: forum.austroaristo.i...tirol.html
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