Bianca Capece della Somaglia in Uggeri

Bianca Capece della Somaglia in Uggeri

3 Wochen 6 Tage her - 3 Tage 1 Stunde her
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Bianca Uggeri geb. Capece della Somaglia, geboren 1743 in Piacenza als Tochter von Conte Carlo Maria Capece (Anghillara) della Somaglia und Contessa Marianna Margherita Fenaroli. Nach Francesco Gambara wurde Bianca bereits als Kind zur Contessa della Somaglia in Panizza nach Mantua gegeben, wo sie eine außergewöhnlich breite literarische und künstlerische Ausbildung erhielt. Nach der zeitgenössischen beziehungsweise zeitnahen biografischen Überlieferung beschäftigte sie sich intensiv mit Musik, Zeichenkunst und Literatur und soll mehrere moderne Sprachen beherrscht haben.

Ihre Eheschließung mit Vincenzo Uggeri aus Brescia im Jahr 1764 beeinträchtigte ihre wissenschaftlichen und künstlerischen Tätigkeiten nicht. Sie pflegte weiterhin enge Kontakte zu bedeutenden Gelehrten und Literaten ihrer Zeit, die ihr hohe Wertschätzung entgegenbrachten. Insbesondere zeichnete sie sich durch ihre Fähigkeit der Deklamation aus und wirkte an einer italienischen Bearbeitung von Voltaires Olympia mit. Der zeitnahen biografischen Überlieferung zufolge soll Voltaire von ihrer Bearbeitung beziehungsweise von den vorgenommenen Änderungen Kenntnis erhalten und sie gebilligt haben; ein unmittelbarer Nachweis aus Voltaires Korrespondenz wäre noch zu erbringen.

Der folgende biografische Abriss ist eine zeitnahe, überwiegend panegyrische Darstellung. Seine wertvollen Nachrichten sind von den zeittypischen Formen des gelehrten Frauenlobs zu unterscheiden und bedürfen bei Einzelangaben der Überprüfung anhand der Korrespondenz und der Archive:

Zahlreiche Schriftsteller suchten ihr Urteil über ihre Werke. Besonders hervorzuheben sind J. B. Corniani, der ihr ein Gedicht sowie eine systematische Abhandlung über die geistigen Vergnügungen widmete, sowie Conte Roncalli und Orazio Calini, die sie poetisch verehrten. Bianca stand in regem Briefwechsel mit namhaften Persönlichkeiten wie Frisi, Bettinelli, Ruggiu, Lorenzi, Pindemonte und Bodoni.

Neben ihren geistigen Fähigkeiten wurde Bianca Uggeri Capece della Somaglia für ihre charakterlichen Vorzüge hoch geachtet. Ihr Tod wurde sowohl von der gelehrten Welt als auch von ihren Mitbürgern tief betrauert. Conte Francesco Gambara veröffentlichte zu ihrem Gedenken eine Lobschrift, die er ihren beiden Töchtern, Paola Calini und Dorotea Luzzago, widmete.


Entnommen aus: Morgenblatt für gebildete Stände, Nr. 17. Dienstag, 20. Januar 1824. 

 

Das Fresko befindet sich im Ridotto des Teatro Grande in Brescia. Dieser prunkvolle Salon wurde zwischen 1760 und 1769 als Versammlungssaal der Accademia degli Erranti errichtet und im Rokoko-Stil gestaltet. Die Wand- und Deckenfresken stammen von den venezianischen Künstlern Francesco Battaglioli (Quadraturmalerei) und Francesco Zugno (Figurenmalerei), einem Schüler von Giambattista Tiepolo. Das Fresko vermittelt ein Bild jener aristokratisch-akademischen Gesellschaft, in der sich auch Bianca Capece della Somaglia bewegte. Eine Identifizierung einer bestimmten Frauenfigur als Bianca ist bislang jedoch nicht nachgewiesen.

 

Fotografie eines in der Familie Schullern beziehungsweise Calini traditionell als Porträt der Bianca Capece della Somaglia-Uggeri bezeichneten Gemäldes, aufgenommen von Dr. Manfred Schullern um 1920. Die Identifizierung ist bislang nicht unabhängig kunsthistorisch verifiziert.

Exkurs: Die Villa Schullern in Pavone del Mella (Provinz Brescia, Lombardei) war einst die Sommerresidenz der österreichischen Adelsfamilie Schullern zu Schrattenhofen. Diese Familie besaß zwischen 1860 und 1925 mehrere Güter in der Region, darunter „Fenile Nuovo“ und „Fenile Brunello“ in Pavone del Mella sowie weitere Ländereien in Mompiano, Borgo Poncarale und Flero. Nach der Familienüberlieferung gingen die brescianischen Besitzungen 1925 infolge staatlicher Maßnahmen während des faschistischen Regimes verloren. Die genaue rechtliche Form des Eigentumsübergangs ist noch anhand italienischer Verwaltungs- und Katasterakten zu überprüfen.

Weiterführende Literatur
Gambara Francesco · 1822: Elogio storico della egregia donna Bianca Uggeri Capece della Somaglia, dalla tipografia Valotti. Opuscolo di pagiae 40. 
www.google.at/books/...frontcover

Internet-Verweise
CAPECE della Somaglia Uggeri Bianca - Enciclopedia Bresciana
Lettere della contessa Bianca Capece della Somaglia Uggeri (Vol. 1) (c. Ir) Catalogo delle lettere (p. 321) | Europeana

Genealogischer Überblick
1 (0) Carlo Maria CAPECE DELLA SOMAGLIA oo Margherita FENAROLI
2 (1) Annibale
3 (1) Gian Antonio
4 (1) Giulio Cesare (später Giulio Maria), *Piacenza 29.7.1744, +Roma 2.4.1830; sein Pate: Cardinal von Piacenza Giulio Maria ALBERONI. 1756-1764 Studium am Collegio Nazereno. doctor utriusque iuris. 1769 Geheimer Kämmerer
5 (1) Gaetano
6 (1) Bianca Maria CAPECE DELLA SOMAGLIA, * Piacenza 31.07.1743, + 23.03.1822. Aufgewachsen ab dem 4. Lebensjahr bei der Tante Contessa Somaglia-Panizza von Mantova. ⚭ Piacenza, 30. September 1764, Vincenzo Uggeri di Milzanello.
7 (6) Paolo, geboren beziehungsweise getauft 1766;
8 (6) Carlo Giuseppe Maria Francesco Baldassare, getauft 1767;
9 (6) ein 1768 verstorbenes oder geborenes Kind;
10 (6) Paola Uggeri, * 5. Februar 1770;⚭ 24. April 1787 Rutilio Conte Calini.
11 (6) Dorotea Uggeri, * 14. Juli 1771; ⚭ 10. Oktober 1787 Galeazzo Conte Luzzago, Sohn des Vespasiano, † Brescia 18. März 1824.

Porträt des Kardinals Giulio Maria DELLA SOMAGLIA, Bruder der Bianca Uggeri Capece della Somaglia.

 

Das Foto des Portraits des Kardinals wurde vom damaligen Besitzer Dr. Manfred Schullern (um 1920) in der Villa Schullern (ex Villa Calini) in Pavone Mella angefertigt.
"IN OMNIBUS ORDO"

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