3. August 2026 | Das Kreuz der acht Seligpreisungen
- Carlo
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3. August 2026 | Das Kreuz der acht Seligpreisungen
1 Woche 7 Stunden her - 1 Woche 7 Stunden her
Das Kreuz der acht Seligpreisungen
Ein weißes, achtspitziges Kreuz auf einem schwarzen Mantel: Kaum ein anderes Zeichen wird so unmittelbar mit dem Johanniter- und Malteserorden verbunden. Heute begegnet es uns auf Ordensmänteln, Fahnen, Wappen, Krankenhäusern, Rettungsfahrzeugen und humanitären Einrichtungen. Doch hinter seiner scheinbar einfachen Form verbirgt sich eine vielschichtige Geschichte aus mittelalterlicher Frömmigkeit, Krankenpflege, Rittertum und Heraldik.
Von Amalfi nach Jerusalem
Die Ursprünge des Ordens liegen in einem Hospital für Pilger und Kranke in Jerusalem. Dieses Hospital stand in enger Verbindung mit Kaufleuten aus der süditalienischen Seerepublik Amalfi. Aus der Gemeinschaft um den Seligen Gerhard entwickelte sich zu Beginn des 12. Jahrhunderts der Orden des heiligen Johannes von Jerusalem.
Nach der offiziellen Überlieferung des Malteserordens ist das achtspitzige Kreuz älter als der Orden selbst. Es soll byzantinischen Ursprungs sein und durch die Normannen nach Amalfi gelangt sein. Münzen der Seerepublik sollen ein ähnliches Kreuz bereits seit etwa 1080 zeigen. Von den mit Amalfi verbundenen Gründern des Jerusalemer Hospitals sei das Zeichen schließlich übernommen worden. Zunächst wurde es als „Johanniterkreuz“ oder „Kreuz des heiligen Johannes“ bezeichnet. Erst nach der Niederlassung des Ordens auf Malta im Jahre 1530 setzte sich allmählich die Bezeichnung „Malteserkreuz“ durch.
Diese Überlieferung ist jedoch mit einer gewissen historischen Vorsicht zu lesen. Die Verbindung zwischen Amalfi, dem Jerusalemer Hospital und dem Orden ist gut bezeugt. Weniger eindeutig ist, ob das heute vertraute, regelmäßig geformte achtspitzige Kreuz bereits von den ersten Ordensbrüdern in genau dieser Gestalt getragen wurde.
Die offizielle Darstellung des Ordens nennt als ersten klaren bildlichen Nachweis innerhalb der Ordensgeschichte Münzen des Großmeisters Fra’ Foulques de Villaret aus der Zeit von 1305 bis 1319. Die heute bekannte, scharf ausgezogene Form entwickelte sich erst im Laufe der folgenden Jahrhunderte.Das schwarze Ordenskleid und das rote Kampfgewand
Die Johanniter waren zunächst eine religiöse Hospitalgemeinschaft. Ihr schwarzes Ordensgewand brachte ihre Zugehörigkeit zum geistlichen Stand zum Ausdruck. Auf diesem dunklen Gewand trugen sie das weiße Kreuz.
Als der Orden neben der Pflege der Kranken und Pilger auch militärische Aufgaben übernahm, entstand eine eigene Kleidung für den Kampf. Papst Alexander IV. gestattete den Ritterbrüdern im Jahre 1259, im Krieg einen roten Mantel beziehungsweise Waffenrock mit einem weißen Kreuz zu tragen. Der Orden selbst erklärt ausdrücklich, dass dadurch das weiße lateinische Kreuz auf rotem Grund systematisch als militärisches und staatliches Zeichen verwendet wurde.
Damit müssen zwei verwandte, aber unterschiedliche Zeichen auseinandergehalten werden:
Diese Unterscheidung besteht bis heute. Die Staatsflagge des Souveränen Malteserordens zeigt ein weißes lateinisches Kreuz auf rotem Grund. Die Fahne der medizinischen und humanitären Werke trägt dagegen das weiße achtspitzige Malteserkreuz auf Rot.
Die acht Spitzen und die acht Seligpreisungen
Die acht Spitzen des Kreuzes werden im Orden vor allem mit den acht Seligpreisungen der Bergpredigt verbunden:
In der Ordensüberlieferung stehen die acht Spitzen außerdem für acht Tugenden, die ein Ordensmitglied besitzen soll:
Treue, Frömmigkeit, Aufrichtigkeit, Mut, Ehre und Ruhm, Todesverachtung, Verbundenheit mit den Armen und Kranken sowie Achtung vor der Kirche.
Eine weitere, historisch später hinzugetretene Deutung verbindet die Spitzen mit den acht sogenannten „Zungen“ des Ordens. Diese waren keine gesprochenen Sprachen im heutigen Sinn, sondern landsmannschaftliche und administrative Gruppierungen: Auvergne, Provence, Frankreich, Aragón, Kastilien und Portugal, Italien, Deutschland sowie England einschließlich Schottland und Irland.
Mehr als ein ritterliches Abzeichen
Auch die Farben erhielten im Laufe der Zeit eine geistliche Bedeutung. Das dunkle Ordensgewand erinnert an Demut, Verzicht und religiöse Bindung. Das weiße Kreuz kann als Zeichen der Reinheit des Glaubens verstanden werden. Der rote Grund des Kampfgewandes verweist in christlicher Auslegung auf Opfer, Blut und die Bereitschaft, für Glauben und Mitmenschen einzustehen.
Historisch sicher belegt sind vor allem die verschiedenen Kleidungs- und Zeichenformen. Ihre umfassende Farbsymbolik gehört dagegen stärker in den Bereich der späteren geistlichen Betrachtung.
Gerade darin liegt jedoch die bleibende Kraft dieses Zeichens: Das Malteserkreuz verbindet Glauben und tätige Nächstenliebe. Seine Spitzen weisen nicht nach innen, sondern nach außen – gleichsam in alle Richtungen, in denen Menschen Hilfe benötigen.
Was als Zeichen einer mittelalterlichen Hospitalgemeinschaft begann, wurde so zu einem Sinnbild eines bis heute gültigen Auftrags:
Tuitio fidei et obsequium pauperum – Bezeugung und Schutz des Glaubens sowie Dienst an den Armen und Kranken.
Das Kreuz der acht Seligpreisungen ist daher nicht nur ein ehrwürdiges Abzeichen des Rittertums. Es ist vor allem eine ständige Mahnung, dass christlicher Adel nicht allein in Herkunft, Rang oder äußerer Würde besteht, sondern im Dienst am Nächsten.
Quellenhinweise
Ein weißes, achtspitziges Kreuz auf einem schwarzen Mantel: Kaum ein anderes Zeichen wird so unmittelbar mit dem Johanniter- und Malteserorden verbunden. Heute begegnet es uns auf Ordensmänteln, Fahnen, Wappen, Krankenhäusern, Rettungsfahrzeugen und humanitären Einrichtungen. Doch hinter seiner scheinbar einfachen Form verbirgt sich eine vielschichtige Geschichte aus mittelalterlicher Frömmigkeit, Krankenpflege, Rittertum und Heraldik.
Von Amalfi nach Jerusalem
Die Ursprünge des Ordens liegen in einem Hospital für Pilger und Kranke in Jerusalem. Dieses Hospital stand in enger Verbindung mit Kaufleuten aus der süditalienischen Seerepublik Amalfi. Aus der Gemeinschaft um den Seligen Gerhard entwickelte sich zu Beginn des 12. Jahrhunderts der Orden des heiligen Johannes von Jerusalem.
Nach der offiziellen Überlieferung des Malteserordens ist das achtspitzige Kreuz älter als der Orden selbst. Es soll byzantinischen Ursprungs sein und durch die Normannen nach Amalfi gelangt sein. Münzen der Seerepublik sollen ein ähnliches Kreuz bereits seit etwa 1080 zeigen. Von den mit Amalfi verbundenen Gründern des Jerusalemer Hospitals sei das Zeichen schließlich übernommen worden. Zunächst wurde es als „Johanniterkreuz“ oder „Kreuz des heiligen Johannes“ bezeichnet. Erst nach der Niederlassung des Ordens auf Malta im Jahre 1530 setzte sich allmählich die Bezeichnung „Malteserkreuz“ durch.
Diese Überlieferung ist jedoch mit einer gewissen historischen Vorsicht zu lesen. Die Verbindung zwischen Amalfi, dem Jerusalemer Hospital und dem Orden ist gut bezeugt. Weniger eindeutig ist, ob das heute vertraute, regelmäßig geformte achtspitzige Kreuz bereits von den ersten Ordensbrüdern in genau dieser Gestalt getragen wurde.
Die offizielle Darstellung des Ordens nennt als ersten klaren bildlichen Nachweis innerhalb der Ordensgeschichte Münzen des Großmeisters Fra’ Foulques de Villaret aus der Zeit von 1305 bis 1319. Die heute bekannte, scharf ausgezogene Form entwickelte sich erst im Laufe der folgenden Jahrhunderte.Das schwarze Ordenskleid und das rote Kampfgewand
Die Johanniter waren zunächst eine religiöse Hospitalgemeinschaft. Ihr schwarzes Ordensgewand brachte ihre Zugehörigkeit zum geistlichen Stand zum Ausdruck. Auf diesem dunklen Gewand trugen sie das weiße Kreuz.
Als der Orden neben der Pflege der Kranken und Pilger auch militärische Aufgaben übernahm, entstand eine eigene Kleidung für den Kampf. Papst Alexander IV. gestattete den Ritterbrüdern im Jahre 1259, im Krieg einen roten Mantel beziehungsweise Waffenrock mit einem weißen Kreuz zu tragen. Der Orden selbst erklärt ausdrücklich, dass dadurch das weiße lateinische Kreuz auf rotem Grund systematisch als militärisches und staatliches Zeichen verwendet wurde.
Damit müssen zwei verwandte, aber unterschiedliche Zeichen auseinandergehalten werden:
- das weiße lateinische Kreuz auf Rot als historisches Hoheits-, Fahnen- und Kampfzeichen;
- das weiße achtspitzige Kreuz als Ordenszeichen und geistliches Sinnbild.
Diese Unterscheidung besteht bis heute. Die Staatsflagge des Souveränen Malteserordens zeigt ein weißes lateinisches Kreuz auf rotem Grund. Die Fahne der medizinischen und humanitären Werke trägt dagegen das weiße achtspitzige Malteserkreuz auf Rot.
Die acht Spitzen und die acht Seligpreisungen
Die acht Spitzen des Kreuzes werden im Orden vor allem mit den acht Seligpreisungen der Bergpredigt verbunden:
- Selig, die arm sind vor Gott.
- Selig die Sanftmütigen.
- Selig die Trauernden.
- Selig, die hungern und dürsten nach der Gerechtigkeit.
- Selig die Barmherzigen.
- Selig, die rein sind im Herzen.
- Selig, die Frieden stiften.
- Selig, die um der Gerechtigkeit willen verfolgt werden.
In der Ordensüberlieferung stehen die acht Spitzen außerdem für acht Tugenden, die ein Ordensmitglied besitzen soll:
Treue, Frömmigkeit, Aufrichtigkeit, Mut, Ehre und Ruhm, Todesverachtung, Verbundenheit mit den Armen und Kranken sowie Achtung vor der Kirche.
Eine weitere, historisch später hinzugetretene Deutung verbindet die Spitzen mit den acht sogenannten „Zungen“ des Ordens. Diese waren keine gesprochenen Sprachen im heutigen Sinn, sondern landsmannschaftliche und administrative Gruppierungen: Auvergne, Provence, Frankreich, Aragón, Kastilien und Portugal, Italien, Deutschland sowie England einschließlich Schottland und Irland.
Mehr als ein ritterliches Abzeichen
Auch die Farben erhielten im Laufe der Zeit eine geistliche Bedeutung. Das dunkle Ordensgewand erinnert an Demut, Verzicht und religiöse Bindung. Das weiße Kreuz kann als Zeichen der Reinheit des Glaubens verstanden werden. Der rote Grund des Kampfgewandes verweist in christlicher Auslegung auf Opfer, Blut und die Bereitschaft, für Glauben und Mitmenschen einzustehen.
Historisch sicher belegt sind vor allem die verschiedenen Kleidungs- und Zeichenformen. Ihre umfassende Farbsymbolik gehört dagegen stärker in den Bereich der späteren geistlichen Betrachtung.
Gerade darin liegt jedoch die bleibende Kraft dieses Zeichens: Das Malteserkreuz verbindet Glauben und tätige Nächstenliebe. Seine Spitzen weisen nicht nach innen, sondern nach außen – gleichsam in alle Richtungen, in denen Menschen Hilfe benötigen.
Was als Zeichen einer mittelalterlichen Hospitalgemeinschaft begann, wurde so zu einem Sinnbild eines bis heute gültigen Auftrags:
Tuitio fidei et obsequium pauperum – Bezeugung und Schutz des Glaubens sowie Dienst an den Armen und Kranken.
Das Kreuz der acht Seligpreisungen ist daher nicht nur ein ehrwürdiges Abzeichen des Rittertums. Es ist vor allem eine ständige Mahnung, dass christlicher Adel nicht allein in Herkunft, Rang oder äußerer Würde besteht, sondern im Dienst am Nächsten.
Quellenhinweise
- Souveräner Malteserorden: „The eight-pointed cross“
- Souveräner Malteserorden: „Flags & Emblems“
- Botschaft des Souveränen Malteserordens in Rumänien: „The Eight-Pointed Cross“
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