16. August 1906 - 120. Geburtstag S. D. Fürst Franz Josef II. von Liechtenstein
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16. August 1906 - 120. Geburtstag S. D. Fürst Franz Josef II. von Liechtenstein
3 Wochen 15 Stunden her - 3 Wochen 15 Stunden her
Zum 120. Geburtstag
S. D. Fürst Franz Josef II. von und zu Liechtenstein
16. August 1906 – 13. November 1989
S. D. Fürst Franz Josef II. von und zu Liechtenstein
16. August 1906 – 13. November 1989
Am 16. August 2026 jährte sich zum 120. Mal der Geburtstag des Fürsten Franz Josef II. von und zu Liechtenstein – einer Persönlichkeit, deren Lebensweg die Geschichte Österreichs und Liechtensteins auf besondere Weise miteinander verbindet.
Franz Josef II. wurde am 16. August 1906 auf Schloss Frauenthal in der Steiermark als Sohn des Prinzen Alois von und zu Liechtenstein und der Erzherzogin Elisabeth Amalie von Österreich geboren.
Seine Mutter war eine Tochter Erzherzog Karl Ludwigs und damit eine Nichte Kaiser Franz Josephs I. Der Kaiser war zugleich Großonkel und Taufpate des jungen Prinzen, der seinen Namen Franz Josef erhielt.
Damit gehörte Franz Josef II. zu jener letzten Generation europäischer Fürsten, deren Kindheit noch unmittelbar in die Welt der österreichisch-ungarischen Monarchie fiel.
Österreichische Jugend – Ausbildung in Wien
Seine Kindheit verbrachte Franz Josef auf verschiedenen Besitzungen der Familie, darunter Schloss Frauenthal und Groß-Ullersdorf.
Seine Ausbildung führte ihn nach Wien. Er besuchte das traditionsreiche Schottengymnasium und studierte anschließend von 1925 bis 1929 Forstwirtschaft an der Hochschule für Bodenkultur, wo er sein Studium als Diplomforstingenieur abschloss.
Die österreichische Herkunft blieb deshalb weit mehr als eine genealogische Fußnote. Franz Josef II. war der letzte regierende Fürst Liechtensteins, dessen Persönlichkeit noch wesentlich durch die alte Habsburgermonarchie geprägt worden war.
1938 – ein Fürst übernimmt Verantwortung
Seine Regierungszeit begann unter denkbar schwierigen Umständen.
Nach dem Anschluss Österreichs an das Deutsche Reich im März 1938 lag das kleine Fürstentum plötzlich unmittelbar an der Grenze des nationalsozialistischen Machtbereiches.
Am 30. März 1938 übernahm Franz Josef zunächst die Regierungsgeschäfte für Fürst Franz I.; nach dessen Tod am 25. Juli desselben Jahres folgte er als Fürst Franz Josef II. auf den Thron.
Von besonderer symbolischer Bedeutung war seine Entscheidung, seinen ständigen Wohnsitz nach Liechtenstein zu verlegen.
Franz Josef II. war der erste regierende Fürst des Hauses Liechtenstein, der dauerhaft im Fürstentum selbst residierte.
Schloss Vaduz wurde damit zur tatsächlichen Residenz des Landesfürsten.
Diese Präsenz erhielt angesichts der politischen Bedrohungen jener Jahre eine Bedeutung, die weit über höfische Repräsentation hinausging: Der Fürst wurde zum sichtbaren Symbol der liechtensteinischen Eigenstaatlichkeit.
Fürst und Staatsfeiertag
Bis heute erinnert ein besonderes Detail der liechtensteinischen Geschichte an die enge Verbindung zwischen Landesfürst und Staat.
1940 wurde der 15. August – Mariä Himmelfahrt und zugleich der Tag vor dem Geburtstag Franz Josefs II. – zum liechtensteinischen Staatsfeiertag erhoben.
Inmitten des Zweiten Weltkrieges sollte dieser Feiertag die Geschlossenheit von Fürst und Bevölkerung und den Willen zur staatlichen Selbständigkeit demonstrieren.
Der Geburtstag des Fürsten erhielt damit indirekt auch staatsrechtlich-symbolische Bedeutung.
Vom Agrarland zum modernen Staat
Die Regierungszeit Franz Josefs II. dauerte mehr als ein halbes Jahrhundert.
In diesen Jahrzehnten vollzog Liechtenstein einen außergewöhnlichen wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Wandel: Aus einem noch stark agrarisch geprägten Kleinstaat entwickelte sich ein moderner Industrie-, Dienstleistungs- und Sozialstaat.
Franz Josef II. begleitete diesen Wandel als zurückhaltender, aber kontinuierlich präsenter Landesfürst.
Sein Regierungsverständnis war stark von christlicher Sozialauffassung, persönlichem Pflichtbewusstsein und einem traditionellen Verständnis des monarchischen Amtes geprägt.
1984 übertrug er einen wesentlichen Teil der Ausübung der fürstlichen Hoheitsrechte an seinen Sohn, Erbprinz Hans-Adam, blieb aber bis zu seinem Tod Staatsoberhaupt.
Eine besondere Verbindung Heraldisch-Genealogischen Gesellschaft ADLER
Für österreichische Genealogen und Heraldiker besitzt Franz Josef II. noch aus einem anderen Grund besondere Bedeutung.
Nach der Auflösung der Heraldisch-Genealogischen Gesellschaft ADLER im Jahre 1938 musste diese nach dem Ende des Zweiten Weltkrieges praktisch neu aufgebaut werden.
Gerade in dieser schwierigen Phase stellte sich der Fürst persönlich hinter die wiedererrichtete Gesellschaft.
Am 4. April 1947 übernahm
Fürst Franz Josef II. von und zu Liechtenstein
das Protektorat über den ADLER.
Fürst Franz Josef II. von und zu Liechtenstein
das Protektorat über den ADLER.
Die zeitgenössische Zeitschrift der Gesellschaft dokumentiert diesen Schritt ausdrücklich.
Das Protektorat war in der damaligen Situation mehr als höfische Repräsentation. Eine wissenschaftliche Gesellschaft, die wenige Jahre zuvor aufgelöst worden war und nun um institutionelle Kontinuität, Sammlungen, Publikationstätigkeit und wissenschaftliche Anerkennung rang, erhielt damit den öffentlich sichtbaren Rückhalt eines regierenden europäischen Landesfürsten.
Franz Josef II. knüpfte zugleich an eine ältere Tradition seines Hauses an:
Fürst Johann II. von und zu Liechtenstein hatte bereits von 1894 bis 1928 als Ehrenpräsident dem ADLER eng verbunden gestanden.
Stifter der Liechtenstein-Medaille
Die außergewöhnliche Verbundenheit Franz Josefs II. mit dem ADLER erhielt im Jahre 1960 einen weiteren, bis heute bemerkenswerten Ausdruck.Der Fürst stiftete die
„Liechtenstein-Medaille“
der Heraldisch-Genealogischen Gesellschaft ADLER.
der Heraldisch-Genealogischen Gesellschaft ADLER.
Die erhaltenen Statuten nennen ihn ausdrücklich als
„Sr. Durchlaucht dem regierenden Fürsten Franz Josef II. von Liechtenstein als Protektor der Gesellschaft“
und zugleich als Stifter der Medaille.
Die Statuten wurden am 15. März 1960 in Wien ausgefertigt und tragen die eigenhändige Unterschrift Franz Josefs II. sowie sein Siegel.
Die Medaille war für
„außerordentliche und besondere Verdienste um die Heraldisch-Genealogische Gesellschaft ‚Adler‘“
bestimmt.
Der Kreis der möglichen Ausgezeichneten ging jedoch weit über die Mitglieder der Gesellschaft hinaus.
In besonderen Fällen konnten auch Nichtmitglieder und sogar juristische Personen ausgezeichnet werden, wenn sie sich um den ADLER oder um die von der Gesellschaft gepflegten Wissenschaften
Genealogie – Heraldik – Sphragistik
in außergewöhnlicher Weise verdient gemacht hatten.
Keine gewöhnliche Vereinsmedaille
Auch das Verleihungsverfahren unterstreicht den besonderen Rang dieser Stiftung.
Erforderlich waren
• ein einstimmiger Beschluss des Präsidiums
und anschließend
• eine Dreifünftelmehrheit des Gesamtvorstandes.
Die eigentliche Verleihung erfolgte durch den Protektor.
Der Ausgezeichnete erhielt darüber hinaus eine vom Protektor unterschriebene und gesiegelte Verleihungsurkunde.
Bemerkenswert ist auch die rechtliche Bindung der Medaille an die Gesellschaft:
Sie wurde zwar auf Lebenszeit verliehen, musste jedoch nach dem Tod des Trägers an den ADLER zurückgestellt werden und konnte erneut verliehen werden. Eine Veräußerung war ausdrücklich untersagt.
Damit sollte die Liechtenstein-Medaille gerade kein frei verfügbares Sammlerobjekt werden, sondern ein dauerhaft mit der Gesellschaft verbundenes Ehrenzeichen bleiben.
Die Stellung Franz Josefs II. gegenüber dem ADLER lässt sich daher mit drei Begriffen zusammenfassen:
Protektor – Förderer – Stifter
1947 übernahm er das Protektorat über die wiedererrichtete Gesellschaft.
1960 stiftete er die nach seinem Hause benannte Liechtenstein-Medaille für besondere Verdienste um die Gesellschaft sowie um Genealogie, Heraldik und Sphragistik.
Seine Verbindung zum ADLER beschränkte sich somit nicht auf einen repräsentativen Titel, sondern erhielt einen dauerhaften institutionellen Ausdruck.
Wenn Franz Josef II. im Zusammenhang mit dem Wiederaufbau gelegentlich als einer der „Retter des ADLER“ bezeichnet wird, so handelt es sich dabei nicht um einen historischen Amtstitel. Als Würdigung seiner tatsächlichen Bedeutung für die Gesellschaft in der schwierigen Nachkriegszeit besitzt diese Bezeichnung jedoch einen nachvollziehbaren historischen Kern.
Ein Fürst zwischen zwei historischen Welten
Franz Josef II. verkörpert wie nur wenige Persönlichkeiten seines Hauses den Übergang vom alten habsburgischen Mitteleuropa zum modernen Liechtenstein.
Geboren in der Steiermark, erzogen und ausgebildet in Österreich, Patenkind Kaiser Franz Josephs I., wurde er in einer Zeit größter politischer Bedrohung zum Landesfürsten Liechtensteins und führte das Land durch Krieg, Nachkriegszeit und wirtschaftlichen Strukturwandel.
Am 13. November 1989 starb Fürst Franz Josef II. im schweizerischen Grabs – nur wenige Wochen nach seiner Gemahlin Fürstin Georgine „Gina“, geborene Gräfin von Wilczek.
Sein Sohn Hans-Adam II. folgte ihm als Landesfürst.
Für Österreich und insbesondere für die Heraldisch-Genealogische Gesellschaft ADLER bleibt jedoch auch jene besondere Verbindung in Erinnerung, die 1947 mit der Übernahme des Protektorates ihren sichtbarsten Ausdruck fand.
Zum 120. Geburtstag
S. D. Fürst Franz Josef II.
von und zu Liechtenstein
1906–1989
Landesfürst von Liechtenstein
Protektor der Heraldisch-Genealogischen Gesellschaft ADLER
Stifter der Liechtenstein-Medaille
In ehrendem Gedenken.
S. D. Fürst Franz Josef II.
von und zu Liechtenstein
1906–1989
Landesfürst von Liechtenstein
Protektor der Heraldisch-Genealogischen Gesellschaft ADLER
Stifter der Liechtenstein-Medaille
In ehrendem Gedenken.
Quellen und Literatur:
• Historisches Lexikon des Fürstentums Liechtenstein: Liechtenstein, Franz Josef II. von.
• Historisches Lexikon des Fürstentums Liechtenstein: Staatsfeiertag.
• Heraldisch-Genealogische Gesellschaft ADLER: ADLER – Zeitschrift für Genealogie und Heraldik, Bd. 1, Reihe XV, 1947/1949.
• Statuten der „Liechtenstein-Medaille“ der Heraldisch-Genealogischen Gesellschaft ADLER, Wien, 15. März 1960.
• Harald Wanger: Die regierenden Fürsten von Liechtenstein, Triesen 1995.
• Georg Malin: Fürst Franz Josef II., Jahrbuch des Historischen Vereins für das Fürstentum Liechtenstein 89 (1991).
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